Ästhetische Lasertherapie: Verfahren, Anwendungsgebiete und Grenzen

Laser ist kein einzelnes Gerät, sondern eine ganze Familie von Verfahren, die eines gemeinsam haben: gebündeltes Licht einer bestimmten Wellenlänge gibt Energie an ein Ziel in der Haut ab. Welches Ziel getroffen wird, entscheidet die Wellenlänge. Pigment, Blutgefäß, Wasser im Gewebe oder Haarwurzel absorbieren Licht unterschiedlich stark. Wir gehen durch, welche Verfahren wofür eingesetzt werden, wie eine Sitzung abläuft und wo die Grenzen der ästhetischen Lasertherapie liegen.

Das Prinzip in einem Absatz

Fachlich heißt das Ganze selektive Photothermolyse. Übersetzt bedeutet es: Man wählt eine Wellenlänge und eine Impulsdauer so, dass ausschließlich die Zielstruktur die Energie aufnimmt und sich erhitzt, während das umliegende Gewebe kühl bleibt. Ein Pigmentfleck absorbiert anders als ein erweitertes Äderchen, und beide absorbieren anders als das Wasser in der Lederhaut. Aus dieser Auswahl ergibt sich die gesamte Gerätevielfalt.

Die wichtigsten Verfahren

Ablative Laser (CO2, Erbium-YAG). Sie tragen Gewebe an der Oberfläche ab und werden fraktioniert eingesetzt, also in einem Raster aus behandelten und unbehandelten Punkten. Einsatzgebiet sind ausgeprägte Aknenarben, tiefe Lichtschäden und deutliche Faltentiefe. Ergebnis stark, Ausfallzeit ebenfalls: mit einer Woche Rötung und Krustenbildung ist zu rechnen.

Nicht-ablative Laser. Sie erhitzen die Lederhaut, ohne die Oberfläche zu verletzen. Der Umbau läuft langsamer, dafür sind Sie am Folgetag wieder gesellschaftsfähig. Sinnvoll bei feinen Linien und ungleichmäßiger Textur.

Gefäßlaser und KTP. Zielen auf den roten Blutfarbstoff und werden bei Couperose, erweiterten Äderchen an Nase und Wangen sowie bei Rosacea mit Gefäßkomponente eingesetzt.

Pigmentlaser und Picosekundenlaser. Zerlegen Pigmentansammlungen in Bruchstücke, die der Körper abtransportiert. Einsatz bei Altersflecken, sonnenbedingten Pigmentflecken und bei der Entfernung von Tätowierungen.

IPL. Streng genommen kein Laser, sondern intensives gepulstes Licht mit einem breiten Spektrum. Wird für flächige Rötungen und leichte Pigmentierungen genutzt und arbeitet weniger zielgenau als ein echter Laser.

Ablauf und Vorbereitung

Vor der ersten Sitzung wird der Hauttyp bestimmt. Das ist keine Formsache: Je mehr Eigenpigment in der Haut steckt, desto vorsichtiger muss die Energie gewählt werden, weil sonst helle oder dunkle Flecken zurückbleiben können. Vier Wochen vor der Behandlung sollten Sie Sonne und Solarium meiden, das gilt auch für Selbstbräuner.

Die Sitzung selbst dauert je nach Fläche zehn bis sechzig Minuten. Augen werden mit Metallschalen geschützt, die Haut wird gekühlt, meist durch das Gerät selbst. Das Gefühl beschreiben die meisten Behandelten als kurzes Schnippen mit einem Gummiband. Danach wird gekühlt und eine schützende Salbe aufgetragen.

Was Sie danach beachten sollten

  • Lichtschutzfaktor 50 über mindestens vier Wochen, konsequent und täglich
  • keine Sauna, kein Sport mit starkem Schwitzen in den ersten 48 Stunden
  • Krusten nicht anlösen und nicht abkratzen, sie fallen von allein ab
  • keine Säuren und kein Retinol, bis die Haut wieder ruhig ist
  • Pigmentflecken werden vorübergehend dunkler, bevor sie sich abstoßen

Grenzen und Risiken

Ein Laser kann Pigment entfernen, Gefäße veröden und Kollagen anregen. Was er nicht kann: erschlaffte Haut straffen, die ihr Volumen verloren hat, oder eine Falte auffüllen, die auf fehlendem Unterbau beruht. Wer das erwartet, ist enttäuscht, obwohl die Behandlung technisch einwandfrei war.

Zu den Risiken zählen Verbrennungen bei zu hoher Energie, Pigmentverschiebungen in beide Richtungen, in seltenen Fällen Narben. Das Risiko steigt bei gebräunter Haut, bei dunkleren Hauttypen und bei Einnahme lichtsensibilisierender Medikamente. Nicht behandelt wird bei aktiver Infektion im Areal, in der Schwangerschaft und bei bestimmten Hauterkrankungen im Schub.

Kosten

Ästhetische Laserbehandlungen sind Selbstzahlerleistungen. Kleine Areale wie einzelne Äderchen beginnen häufig bei etwa 100 bis 150 Euro, eine fraktionierte Ganzgesichtsbehandlung liegt je nach Gerät und Intensität meist zwischen 400 und 900 Euro je Sitzung. Bei medizinischer Indikation, etwa bei bestimmten Gefäßmalformationen, ist eine Kostenbeteiligung der Krankenkasse im Einzelfall möglich.

Häufige Fragen

Wie viele Sitzungen sind nötig?

Bei Gefäßen oft eine bis drei, bei Pigment zwei bis vier, bei Textur und Narben drei bis sechs. Die Abstände liegen üblicherweise bei vier bis acht Wochen, damit die Haut zwischen den Terminen vollständig abheilt.

Kann ich mich im Sommer behandeln lassen?

Möglich ist es, sinnvoll meist nicht. Gebräunte Haut nimmt Energie anders auf, und der geforderte Sonnenschutz danach lässt sich im Urlaub schwer durchhalten. Die ruhigere Jahreszeit ist die bessere Wahl.

Ist das Ergebnis dauerhaft?

Entfernte Pigmentflecken kommen nicht zurück, neue entstehen aber bei weiterer Sonnenexposition. Behandelte Gefäße verschwinden, die Veranlagung bleibt. Der Kollagenaufbau hält je nach Ausgangslage ein bis drei Jahre an.

Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt weder eine ärztliche Beratung noch eine Diagnose. Auf dieser Website werden keine Behandlungen angeboten oder vermittelt.

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