Hautkrebsvorsorge: Ablauf, Altersgrenzen und was beim Screening untersucht wird

Das Hautkrebsscreening ist eine der wenigen Vorsorgeuntersuchungen, bei denen man dem Ergebnis beim Entstehen zusehen kann. Kein Labor, keine Wartezeit, keine Nadel. Eine Ärztin oder ein Arzt sieht sich die Haut von Kopf bis Fuß an und beurteilt, was auffällig ist. Wir beschreiben den Ablauf, die Altersgrenzen, die Frage der Kostenübernahme und das, was Sie zwischen zwei Terminen selbst tun können.

Ab welchem Alter und wie oft

Gesetzlich Versicherte in Deutschland haben ab dem 35. Lebensjahr alle zwei Jahre Anspruch auf ein Hautkrebsscreening. Viele Krankenkassen gehen darüber hinaus und übernehmen die Untersuchung freiwillig auch früher, je nach Kasse ab 15, ab 18 oder ohne Altersgrenze. Ein Anruf bei der eigenen Kasse klärt das in zwei Minuten.

Wer viele Muttermale hat, wer als Kind häufig Sonnenbrand hatte oder wen eine familiäre Vorbelastung betrifft, wird häufig zu kürzeren Abständen geraten. Das ist dann eine individuelle Empfehlung und keine Regelleistung.

So läuft die Untersuchung ab

Zuerst folgt ein kurzes Gespräch: Vorgeschichte, Sonnenverhalten, Solarium, Vorerkrankungen in der Familie, Veränderungen, die Ihnen selbst aufgefallen sind.

Dann folgt die Ganzkörperinspektion bei gutem Licht. Untersucht werden Kopfhaut, Gesicht, Ohren, Nacken, Rumpf, Arme und Hände, Beine und Füße einschließlich der Zehenzwischenräume und der Nägel, dazu Genital- und Gesäßbereich. Genau die Stellen, die man selbst nie sieht, sind die, an denen etwas übersehen wird.

Auffällige Stellen werden mit dem Auflichtmikroskop beurteilt, der sogenannten Dermatoskopie. Das Gerät macht Strukturen sichtbar, die mit bloßem Auge nicht zu erkennen sind, etwa das Pigmentnetz oder die Anordnung der Gefäße. Bei unklarem Befund wird gewebeschonend eine Probe entnommen und feingeweblich untersucht.

Die gesamte Untersuchung dauert etwa fünfzehn bis zwanzig Minuten.

Kostenübernahme und Zusatzleistungen

Die Regelleistung der gesetzlichen Kassen umfasst die Ganzkörperinspektion durch Blickdiagnose. Die Dermatoskopie gehört bei begründetem Verdacht zur kassenärztlichen Diagnostik, in jedem Alter. Angeboten werden darüber hinaus häufig computergestützte Verfahren mit fotografischer Verlaufsdokumentation. Diese Zusatzleistungen sind in der Regel selbst zu zahlen und liegen meist im Bereich von etwa 40 bis 120 Euro. Sinnvoll sind sie vor allem bei sehr vielen Muttermalen, weil sich Veränderungen über die Jahre dann sauber vergleichen lassen.

Was Sie selbst beobachten können

Zwischen zwei Terminen ist die Selbstuntersuchung alle drei Monate eine gute Gewohnheit. Als Merkhilfe dient die ABCDE-Regel:

  • A wie Asymmetrie: die beiden Hälften eines Mals sehen unterschiedlich aus
  • B wie Begrenzung: der Rand ist unscharf, ausgefranst oder verwaschen
  • C wie Colorit: mehrere Farbtöne in einem Mal, von hellbraun bis schwarz oder rötlich
  • D wie Durchmesser: größer als etwa fünf Millimeter oder deutlich wachsend
  • E wie Entwicklung: Veränderung in Größe, Farbe, Höhe, dazu Jucken, Nässen oder Bluten

Das entscheidende Zeichen ist nicht das Aussehen an einem Tag, sondern die Veränderung über Wochen. Ein Mal, das sich vom Rest Ihrer Male sichtbar unterscheidet, gehört angesehen.

Vorbereitung auf den Termin

  • kein Nagellack an Fingern und Zehen, die Nägel gehören zur Untersuchung
  • kein Make-up am Untersuchungstag
  • Haare offen und ungestylt, damit die Kopfhaut zugänglich ist
  • Fotos auffälliger Stellen mitbringen, wenn Sie eine Veränderung dokumentiert haben

Häufige Fragen

Tut die Untersuchung weh?

Nein. Es wird ausschließlich angesehen und mit einem Auflichtmikroskop betrachtet. Nur bei einer Gewebeentnahme wird örtlich betäubt.

Muss ich mich vollständig ausziehen?

Für eine vollständige Beurteilung ja, in aller Regel abschnittsweise. Wer das unangenehm findet, sagt es am besten zu Beginn, dann wird das Vorgehen darauf abgestimmt.

Was passiert bei einem auffälligen Befund?

Der Bereich wird entweder engmaschig kontrolliert oder in einem kleinen ambulanten Eingriff entfernt und feingeweblich untersucht. Das Ergebnis liegt üblicherweise nach wenigen Tagen bis zwei Wochen vor.

Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt weder eine ärztliche Beratung noch eine Diagnose. Bei auffälligen Hautveränderungen wenden Sie sich bitte an eine dermatologische Praxis.

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