Die Laser-Haarentfernung hat einen einfachen Angriffspunkt: den Farbstoff im Haar. Das Licht wird vom Melanin in der Haarwurzel aufgenommen, dort in Wärme umgewandelt und schaltet die Wachstumszone aus. Daraus folgt fast alles, was man über das Verfahren wissen muss, einschließlich seiner Grenzen. Wir gehen den Ablauf durch, die Zahl der nötigen Sitzungen, die Kosten und die Frage, warum es bei hellen Haaren nicht funktioniert.
Warum die Haarfarbe entscheidet
Ohne Melanin gibt es kein Ziel für das Licht. Weiße, graue und sehr helle blonde Haare nehmen zu wenig Energie auf, hier bleibt die Behandlung wirkungslos. Am besten funktioniert das Verfahren bei dunklem Haar auf heller Haut, weil der Kontrast dann am größten ist.
Bei dunkleren Hauttypen wird mit längeren Wellenlängen gearbeitet, typischerweise mit einem Nd:YAG-Laser, der tiefer eindringt und das Pigment in der Oberhaut weitgehend umgeht. Das Verfahren ist damit möglich, verlangt aber Erfahrung und eine vorsichtigere Energiewahl.
Warum mehrere Sitzungen nötig sind
Haare wachsen nicht synchron. Zu jedem Zeitpunkt befindet sich nur ein Teil der Haare in der Wachstumsphase, und ausschließlich in dieser Phase ist die Wurzel mit der Wachstumszone verbunden und damit erreichbar. Der Anteil liegt je nach Körperregion zwischen etwa 15 und 40 Prozent.
Deshalb werden üblicherweise sechs bis zehn Sitzungen angesetzt, im Gesicht eher mehr, an Beinen und Achseln eher weniger. Die Abstände richten sich nach dem Wachstumszyklus der Region und liegen meist bei vier bis acht Wochen.
Der Ablauf
Vier Wochen vor dem Termin sollten Sie Sonne, Solarium und Selbstbräuner meiden. Zwei bis vier Wochen vorher gilt: nicht zupfen, nicht wachsen, nicht epilieren, weil die Wurzel im Haarkanal bleiben muss. Rasieren ist ausdrücklich erlaubt und meist sogar gefordert, am Vortag oder am Morgen des Termins.
In der Sitzung tragen Sie und das Personal eine Schutzbrille. Das Gerät kühlt die Hautoberfläche, während der Impuls abgegeben wird. Das Gefühl ähnelt einem kurzen, heißen Schnippen. Eine Achsel dauert wenige Minuten, beide Unterschenkel etwa zwanzig bis dreißig Minuten.
Danach ist die Haut für einige Stunden gerötet, um die Haarfollikel bilden sich kleine Erhebungen. Nach ein bis drei Wochen fallen die behandelten Haare aus, was oft mit nachwachsenden Haaren verwechselt wird.
Nach der Behandlung
- kühlen und Feuchtigkeit spenden, keine parfümierten Produkte
- kein Sport, keine Sauna, kein Schwimmbad für 48 Stunden
- Lichtschutzfaktor 50 auf behandelten, sichtbaren Flächen über mindestens vier Wochen
- bis zur nächsten Sitzung ausschließlich rasieren
Ergebnisse und Grenzen
Fachlich korrekt spricht man von dauerhafter Haarreduktion und nicht von dauerhafter Entfernung. Nach einer vollständigen Serie berichten die meisten Behandelten von einer deutlichen Verringerung der Haardichte und von feineren, helleren Resthaaren. Ein bis zwei Auffrischungen pro Jahr sind häufig sinnvoll, weil hormonelle Veränderungen ruhende Follikel wieder aktivieren können.
Im Gesicht und am Hals ist das Ergebnis bei Frauen erfahrungsgemäß weniger stabil, weil der Haarwuchs dort stärker hormonell gesteuert wird. Wer eine hormonelle Ursache vermutet, klärt das besser vorher ab als nach der zehnten Sitzung.
Risiken
Üblich sind Rötung und Schwellung für einige Stunden. Seltener treten Blasen, Krusten oder vorübergehende Pigmentverschiebungen auf, meist nach Behandlung gebräunter Haut oder bei zu hoher Energie. Nicht behandelt wird über Tätowierungen, bei akuten Infektionen im Areal, in der Schwangerschaft und bei Einnahme lichtsensibilisierender Medikamente.
Kosten
Die Preise richten sich nach der Fläche. Kleine Zonen wie Oberlippe oder Achseln liegen in Deutschland häufig zwischen 40 und 90 Euro je Sitzung, Unterschenkel oder Rücken zwischen 150 und 300 Euro. Da eine Serie üblich ist, sollten Sie die Gesamtkosten und nicht den Einzelpreis vergleichen und nach Paketpreisen fragen.
Häufige Fragen
Ist das Verfahren schmerzhaft?
Die meisten Behandelten beschreiben es als gut auszuhalten. An empfindlichen Stellen wie Oberlippe, Bikinizone und Schienbein wird es deutlicher spürbar. Moderne Geräte mit Kontaktkühlung nehmen einiges davon weg.
Worin unterscheidet sich IPL vom Laser?
IPL arbeitet mit einem breiten Lichtspektrum, ein Laser mit einer einzigen Wellenlänge. Der Laser trifft das Ziel genauer und braucht deshalb in aller Regel weniger Sitzungen. IPL-Geräte für zu Hause arbeiten zusätzlich mit deutlich geringerer Energie.
Was, wenn ich zwischendurch epiliere?
Dann fehlt beim nächsten Termin das Ziel, und die Sitzung bleibt weitgehend wirkungslos. Zwischen den Sitzungen ist ausschließlich Rasieren sinnvoll.
Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt weder eine ärztliche Beratung noch eine Diagnose. Auf dieser Website werden keine Behandlungen angeboten oder vermittelt.